Zwischenklinik

5. Semester

Im 5. Semester beginnt die Zeit im Kasack und Kittel so richtig. Es finden keine Kurse mehr unten an der Universität statt, sondern ausschließlich oben in der Klinik. Der Großteil des Semesters wird von der Prothetik am Phantom eingenommen. Dieser Kurs besteht zum einen aus der Herstellung einer Totalprothese im Labor und zum anderen aus der Präparation für Brücken sowie der Anfertigung geeigneter Provisorien, einschließlich einer Interimsprothese. Begleitende Vorlesungen vermitteln die notwendigen Hintergrundinformationen und geben Anleitungen zum praktischen Vorgehen.
Neben dem Praktikum gibt es unter der Woche weitere Vorlesungen. Als Übergang zwischen Vorklinik und Klinikalltag dienen Fächer wie Pathologie, Hygiene und Mikrobiologie sowie eine vertiefte Betrachtung des stomatognathen Systems. Dabei zeigen sich viele Parallelen zu früheren Kursen wie Histologie oder Biochemie, wodurch bereits erlerntes Wissen gefestigt und durch Beispiele ergänzt wird. In der Pathologie wird beispielsweise die Anatomie krankhaft veränderter Organe sowohl mikroskopisch als auch makroskopisch erläutert. In Hygiene und Mikrobiologie liegt der Fokus vor allem auf verschiedenen Krankheitserregern, die bei der Behandlung von Patienten berücksichtigt werden müssen. In der kieferorthopädischen Propädeutik wird die Grundlage für das im 6. Semester folgende Praktikum der Kieferorthopädie gelegt.
Darüber hinaus gibt es weitere Vorlesungen, die auf das klinische Arbeiten und den Arztberuf vorbereiten. In der Notfallmedizin wird vermittelt, welche Maßnahmen in Situationen zu ergreifen sind, die über den eigentlichen zahnärztlichen Alltag hinausgehen. Zudem bietet die Vorlesung Einblicke in den Alltag der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.
Im Fach Wissenschaftliches Arbeiten erhält man eine Einführung in das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Doktorarbeit.
Zusätzlich zum Prothetikkurs gibt es zwei weitere Vorlesungen mit kleineren praktischen Anteilen. Dazu gehört die Werkstoffkunde, in der die Eigenschaften verschiedener prothetischer Materialien detailliert behandelt werden. Je nach Winter- oder Sommersemester liegt der Schwerpunkt auf Metallen (Wintersemester) oder Kunststoffen (Sommersemester). Im zugehörigen Praktikum wird man für einen Nachmittag in kleine Gruppen eingeteilt und führt Versuche durch, die auf anschauliche Weise mittels verschiedener Werrkstoffprüfversuche 5 verschiedene dentale Materilien erläutert werden. Die Ergebnisse werden anschließend gemeinsam besprochen und verglichen.
Das zweite Praktikum findet in den Semesterferien im Bereich der Radiologie statt. In den vorbereitenden Vorlesungen werden Patientenfälle anhand von Röntgenbildern gezeigt und deren Auswertung geübt. Während des viertägigen Praktikums lernt man schließlich, wie diese Aufnahmen erstellt werden, indem man den Alltag in der Röntgenabteilung miterlebt und übt die Befundung von zahnärztlichen Röntgebildern.

6. Semester

Im 6. Semester werden Veranstaltungen der Zahnerhaltung, der Kieferorthopädie und der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie besucht. Am meisten Zeit wird der Kurs der Zahnerhaltung beanspruchen, da ihr den praktischen Kurs an 4 Halbtagen der Woche besuchen werdet und zusätzlich 2 Vorlesungen habt. Der Fokus liegt auf der restaurativen Zahnheilkunde an Frasacozähnen und an Echtzähnen, sowie der Endodontologie und der Parodontologie. Auch in KFO und MKG findet an je einem Halbtag ein Praktikum, zusätzlich zu den Vorlesungen statt. In der KFO beschäftigt man sich mit der Herstellung einer Oberkiefer und Unterkiefer Platte, am Ende des Semesters gibt es ein Biegetestat und eine Klausur.
Im MKG Praktikum habt ihr der Spritzenkurs, man lernt das Nähen und das Ziehen von Zähnen und einige chirurgische Techniken. Abgeschlossen wird das Semester mit einer mündlich-praktischen OSCE Prüfung.
Zusätzlich stehen, wie im 5. Semester, noch die Vorlesungen in wissenschaftlichem Arbeiten und der Werkstoffkunde auf dem Stundenplan. Beide werden mit einer Klausur am Ende des Semesters abgeschlossen.

Z2/zweite zahnärztliche Prüfung

In der Z2 habt ihr insgesamt 14 Prüfungstage. In jedem Fach wird praktisch und mündlich geprüft.
In Prothetik werdet ihr eine OK-Totalprothese herstellen, die Klammern für eine herausnehmbare Teilprothese biegen, Zähne für eine Brücke präparieren und für diese ein Provisorium herstellen. Für die praktischen Arbeiten habt ihr 4 ganze Tage Zeit (Mo-Do), am Freitag findet die mündliche Prüfung statt.
Der selbe Ablauf gilt für die Zahnerhaltung. Geprüft werden die Themengebiete Kinderzahnheilkunde, restaurative Zahnheilkunde, Parodontologie sowie Endodontologie. Die praktisch herzustellenden Arbeiten umfassen verschiedene Füllungen, eine Präparation für eine Teilkrone, eine Wurzelkanalbehandlung und das Erfassen eines PA-Befundes.
Für KFO und MKG ist jeweils ein Praktischer Tag vorgesehen, wobei in KFO analog zum Kurs eine Oberkiefer-Platte hergestellt wird.
Die MKG prüft die Inhalte des Praktikums, wie das Ziehen von Zähnen, Lappentechniken, Anästhesie und das Nähen.

Vielen Dank an Milena und Josi für das Erstellen der Texte.